Momente der Erinnerung
Qi Yafang
übersetzt von Dorothee Dauber
Der Himmel hatte Zeit, die Erde hatte Gewinn, die Menschen waren in Harmonie
Chemie und Physik und Geographie
Voll Wind und Regen beide Hände
Nicht festzuhalten der klare Duft der vorbei streicht am Gesicht
Herrscht noch Unordnung in der Stadt?
Schöne Menschen, glückliche Menschen oder die am höchsten Stehenden
Macht gewonnen oder Macht verloren?
Damals so jung, und doch heute noch jünger
Die Schuhe voll Schlamm und außerdem geflickt
Auf dem Weg überall verlorene Gegenstände
Dieses Stück jenes Stück
Jedes Stück vertraut und warm
Schwarz und weiß, zwei Grenzen
Und dazu zwischen Ost und West Abstand
Die Berge sehen und wissen, wie der Weg sein wird
Noch einmal fragen, der Genuss ist an welchem Ort?
In der Stadt, wie vieler Menschen Heim?
Einsame Lampen, wie viele?
Der Duft der Sahne mischt sich mit dem feinen Staub
Die Früchte des asketischen Lebens
Wie sie sein werden ist schwer vorhersehbar
Eis und Schnee schmelzen, und mit ihnen der Winter
Im Frühling strecken die Zehntausend Lebewesen ihre Wurzeln in die Tiefe
Beide Augen versiegelt, gleißendes Licht kommt heran
Die Hand, ist sie geballt oder geöffnet?
Berlin-Mitte, im Frühling 2008